Blick über den Tellerrand

In Kalifornien ist es dürr. Noch immer. Jetzt hatte ja der Gouverneur dieses Bundesstaates beschlossen, daß man mal Wasser sparen könnte. Nicht etwa in der Landwirtschaft, die eindeutig der größte Verbraucher und Verschwender ist, sondern in den Privathaushalten. Inzwischen zeigt sich sehr schön, wie einige Amerikaner so über Wassersparmaßnahmen denken:

People “should not be forced to live on property with brown lawns, golf on brown courses or apologize for wanting their gardens to be beautiful,” Yuhas fumed recently on social media. “We pay significant property taxes based on where we live,” he added in an interview. “And, no, we’re not all equal when it comes to water.”

Keinen Gedanken verschwendet diese peinliche Entschuldigung für die menschliche Rasse daran, daß sein beschissener Golfkurs oder sein Rasen vor dem Haus vielleicht einfach nicht in eine Region passen, die eben von ihrer natürlichen Ausstattung her aus Wüste und Halbwüste besteht. Allein dieser Hinweis, daß ja nicht alle Menschen gleich sind, wenn es um Wasser geht, läßt mich wünschen, derartige Arschlöcher mögen beim Scheißen vom Blitz getroffen werden. Oder von mir aus auch beim Golf spielen. Man könnte sie auch wahlweise über Nevada abwerfen, ohne Fallschirm und vor allem ohne Wasser.
Zur Strafe für derartiges Denken wird die Dürre hoffentlich weitergehen. Die Wälder brennen jedenfalls schon. Aber das hat sicherlich nichts mit der Dürre zu tun. Derselbe Gouverneur, der die Landwirtschaft nicht unnötig mit Wassersparen belästigen möchte, hat den Notstand ausgerufen. Ich bin ja dafür, daß die Feuerwehr nur bei denen zum Löschen vorbeifährt, die nicht besonders viel Geld haben und sich auch sonst einfach an die Sparmaßnahmen halten. Den anderen Idioten soll ihr Haus ruhig mal abfackeln. Denn wenn wir nicht alle gleich snd, wenn es um Wasser geht, dann sind wir es auch nicht, wenn es um die Feuerwehr geht. Die Reichen können ihre Häuser ja neu aufbauen, die Armen nicht.

Ich verlinke hier absichtlich auf die NZZ, denn die Schweizer setzen gerade ihre Armee ein, um mit Hubschraubern Kühe zu tränken. Es ist wohl diesjährig ein wenig trocken im Kanton Jura.
Dabei verfliegen sich die Hubschrauber ab und an auch auf französisches Gebiet und klauen da Wasser, was zu kleinen Verstimmungen führt. Die Behörden überlegen derweil, den Versicherungsschutz für Landwirte zu verbessern, das ist natürlich ultimativ wichtig. Im Gegensatz zu den USA denken die Schweizer aber wohl auch darüber nach, wo man denn Wasser sparen oder umverteilen muß und kann.

Griechenland ist derweil noch immer pleite, nach fünf Wochen Zwangspause eröffnete Athen mit einem sauberen Minus von 23 Prozent. Das ist allerdings nicht so grauenvoll wie die Börsenkurse in China . Schon im Mai waren hier und da besorgte Stimmen zu hören über die Wirtschaft des Landes.
Jetzt sind die Kurse in den letzten Monaten stark gefallen, etwa 3,2 Billionen Dollar wurden verbrannt. Das ist recht sportlich.
Daraufhin hatte die Regierung einen Großteil der Firmen vom Handel ausgesetzt und umgerechnet 400 Milliarden Euro Notsauerstoff in den Markt gepumpt. Die dadurch erreichte Erholung war aber nur kurz. Die Erbsenpistole der Demokratie schreibt dazu, daß der KP Chinas der ,,Kapitalismus entgleitet.“ Das kann natürlich nur den doofen Kommunisten passieren, klar. Wir dagegen haben den Kapitalismus voll im Griff.

In Spanien ist inzwischen ein Gesetz in Kraft getreten, das ich schon einmal kurz erwähnte und das es erlaubt, jeden Teilnehmer an irgendeiner Demonstration quasi ökonomisch zu vernichten. Mit Strafen von 6.000 bis 600.000 Euro, die einfach mal so von Behörden ausgesprochen werden können. Ohne Richter oder Verfahren. Selbst als Terrorismus kann so etwas gewertet werden. Wir reden hier auch von Sitzblockaden und stinknormalen, angemeldeten Demos. Sogar die UN finden das undemokratisch!

Da landet man in Deutschland wenigstens nur in einer Datenbank, wenn man mal an einer Anti-Atom-Demo teilnimmt. Das ist dann die Datenbank mit ,,politisch motivierter Kriminalität“, die ja hierzulande immer nur von links kommen kann, wie wir alle wissen. Nachdem Netzpolitik.org mal freundlich darauf hingewiesen hat, daß derartige Dinge ja leicht schwachsinnig sind, haben wir jetzt 90% weniger Linksterroristen in Deutschland. Hurra!
Das ist übrigens dasselbe Netzpolitik, das jetzt von unserem total wichtigen Generalbundesanwalt wegen Landesverrats massiv gedisst wird, weil der Chef des Verfassungs,,schutzes“ das halt mal so haben möchte. Ist total wichtig, daß Reporterquellen Landesverräter sind, das fördert die Sicherheit und bekämpft den Terrorismus. Es ist auch derselbe Generalbundesanwalt, der keinerlei Beweise dafür sieht, daß die NSA irgendwie rumspioniert. Absurder Gedanke!
Inzwischen will es keiner mehr gewesen sein, sogar Frau Merkel rückt vom GBA ab. Ich merke hier ausdrücklich an, daß der Herr Range natürlich nur ein Bauernopfer ist. Die wahren Landesverräter in Sachen NSA/BND-Affäre heißen weiterhin Merkel, Gabriel, Steinmeier, Maas (Justiz), Maaßen (BfV) und Schindler (BND). Man kann noch Pofalla und de Maizière dazunehmen.

Hat eigentlich einer was von Rußland gehört in der letzten Zeit? Dieser böse Staat, der tatsächlich Online-Trolle züchtet wie Mordor die Orks und sie in Massen auf die Menschheit losläßt, um Propagandakommentare im Internet zu verbreiten?
Nun, wie sich herausgestellt hat, können die USA das auch. Der Unterschied ist, daß die Amis den anderen voraus sind und die Sache quasi schon halbautomatisch von Bots erledigen lassen. Ich bin so froh, daß wir Rußland sanktionieren, weil wir die westlichen Werte verteidigen müssen! Ehrlich.

In Großbritannien ist Mr Cameron derzeitig damit beschäftigt, exakt diese Werte zu verteidigen und alles verbieten zu lassen, was auch nur annähernd verschlüsselt sein könnte. Wo kämen wir auch hin, wenn sich in einer Demokratie einfach Bürger Dinge aufs Smartphone beamen und der Staat das nicht sofort mitlesen kann?

Der Ölpreis fällt währenddessen wieder auf die 50$-Marke zu, was ja eigentlich eine positive Meldung sein sollte. Wenn sich die Weltwirtschaft denn dadurch beleben würde. Was sie aber seit geschlagenen 8 Monaten nicht tut. Das ist jetzt etwas doof, denn laut unserer Wirtschaftstheorie müßten niedrige Energiepreise eigentlich zur Entspannung führen. Stattdessen haben wir wohl eher noch immer globale Rezession am Hals. JPMorgan hatte aber schon Schuldige gefunden: Die Menschen konsumieren einfach nicht genug auf dem Planeten! Ökonomie kann ja so einfach sein.

Ich gehe dann jetzt mal sinnlos Sachen einkaufen und warte auf die ersten Todesanzeigen der Fracking-Industrie. Das wird lustig.

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