Blick über den Tellerrand

In Kalifornien brennen die Wälder. Zumindest die, die noch übrig sind. Und irgendwie habe ich das Gefühl, das schon einmal geschrieben zu haben. Habe ich auch. Aber es ist eine Neuauflage. Eigentlich müßte man bei den flächendeckenden Bränden, die sich übrigens bis zum Bundesstaat Washington hinaufziehen, fast von so etwas wie Wiedervorlage sprechen.
Gleichzeitig schüttet es in einem anderen Bundesstaat der USA, namentlich Minnesota, derartig, daß die Bundesbehörde für Katastrophenschutz, die FEMA, von der schlimmsten nationalen Krise seit Hurricane Sandy spricht. Das war der, der vor einer Weile New York ganz ordentlich nasse Füße beschert hat.
Das hat aber alles nichts mit Klimawandel zu tun oder so etwas. Zumindest wissen das die Kommentatoren unterhalb von Artikeln in gewissen Nachrichtenmagazinen ganz genau. Die Meldung, daß der Juli der wärmste seit Menschengedenken war, wird professionell gekontert mit Anmerkungen wie: „Aber vor meiner Haustür war es kühl und naß.“
Wenn das mal keine Widerlegung dieser ganzen Klimaverschwörung ist, weiß ich aber auch nicht. Der Juli war trotzdem der wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. So wie vorher der Juni, der Mai, der April. Wir haben es inzwischen mit einer Kette aus zehn Monaten zu tun, die Rekorde brechen. Soweit dann zu irgendwelchen 1,5 oder 2-Grad-Zielen irgendwelcher Konferenzen.

Witzigerweise schiebt der Sprecher des California Department for Forestry and Fire Protection das Ausmaß der Zerstörung – genau – auf den Klimawandel. Denn der sei verantwortlich für diese Dürre, die da seit 2011 in Kalifornien herrscht. Ich erwähne augenzwinkernd bei dieser Gelegenheit, daß in Nordkalifornien aktuell das nasseste Jahr seit fünf Jahren gemessen wird, aufgrund eines sehr starken El Niño in den Wintermonaten.
Seltsamerweise kommentieren die schon erwähnten Leute nicht, wenn es dann so richtig heiß wird. Letzte Woche waren vor meiner Balkontür lockere 34 Grad im nicht vorhandenen Schatten. Ich schließe daraus, daß die Klimaforscher uns was verschweigen und alles noch viel schlimmer ist, als die überhaupt zugeben. Denn wenn Regen vor der Haustür im Juli beweist, daß es keine Erwärmung gibt, ist das ja wohl völlig logisch. Wobei – was ist dann eigentlich mit Weihnachtsmärkten bei mehr als fünfzehn Plusgraden?
Bestimmt wird das von der Regierung vertuscht. Egal welcher, irgendeine findet sich da immer.

In Brasilien zum Beispiel. Da hat die Bande altgedienter Korrupteros die recht erfolglose, aber wenigstens halbwegs unkorrupte Dilma Rousseff des Amtes enthoben. Ja, kaum sind die Olympischen Dopingspiele vorbei, geht es da ans Eingemachte. Nachdem in Folge der Wirtschaftskrise seit 2009 die Zukunft des Ethanol-Staates wesentlich weniger golden verlaufen ist, als große Sportereignisse das vorgaukeln möchten, haben die Männer in Anzügen mal wieder eine Gelegenheit genutzt.
Dem brasilianischen Volk gefällt das nicht wirklich, es protestiert fleißig.
Ebenso die Ex-Präsidentin, sie hat Widerspruch gegen den „parlamentarischen Putsch“ eingelegt beim obersten Gerichtshof des Landes. Was noch halbwegs harmlos klingt, hat deutliche Konsequenzen.
Venezuela hat daraufhin beispielsweise seine diplomatischen Beziehungen zu Brasilien abgebrochen. Auch andere Länder Südamerikas bezeichnen das Vorgehen des Parlaments als „Schlag gegen die Demokratie“.
Es ist dasselbe Venezulea, in dem die Bevölkerung mit einem Sternmarsch auf die Hauptstadt Caracas ihren eigenen Regierungschef gerne aus dem Amt mobben würde.
Ist halt blöd, wenn ein Ölstaat, der achtzig Prozent seiner Lebensmittel importiert, in Hochpreiszeiten nicht eine bessere Infrastruktur aufgebaut hat. Präsident Chávez hat schon einen Teil der Ölgelder an seine Bevölkerung verteilt. Nur eben oft für Schulen oder Kanalisation. Nützliche Dinge, aber man kann sie nicht essen.
Jetzt, wo die Ölpreise massiv gefallen sind, ringt das Land mit der Staatspleite und leidet unter riesigen Versorgungsproblemen. Allerdings hat Chávez nicht alles falsch gemacht, denn er war sich wohl der Abhängigkeiten des Landes bewußt, wie es aussieht. Er hat nämlich schon 2003 öffentliche Parks für den Zweck des urban gardening umgewidmet.
Der Regierung Maduro scheint so etwas egal zu sein. Ich vermute, das Venezuela als Staat bald einen totalen Existenzausfall erleiden wird. Schon jetzt kaufen Venezulaner die Supermärkte auf der anderen Seite der Grenze leer, in Kolumbien. Denn da steht noch was in den Regalen.

Auch woanders knirscht es diplomatisch. Einer der Oberpriester der Technologiereligion, Tim Cook, der Chef von Apple, reagiert äußerst angepißt darauf, daß man jetzt unverschämerweise von seinem Konzern verlangt, er solle doch mal Steuern bezahlen. Konkret geht es um Irland, das aus unerfindlichen Gründen für Europa Hauptsitz des Konzerns ist. Was übrigens auch für solche Konsorten wie Facebook und andere gilt. Das könnte an der Steuergesetzgebung liegen im ehemaligen europäischen Boom-Staat.
Jedenfalls hat die EU-Kommission jetzt Dienstag verkündet, daß sie den eingefädelten Steuerdeal mit Apple für unzulässige Staatsbeihilfe hält. Deshalb wird Irland dazu aufgefordert, von Apple Steuern in Höhe von 13 Milliarden Euro nachzufordern.
Irlands Regierung lehnt dieses Vorgehen ab. Die Begründung: Sollte der Konzern Steuern zahlen müssen, würde er ja womöglich das Land verlassen. Habe ich schon mal gehört, glaube ich.
Auch Deutschlands Springer-Presse stößt ins Kriegshorn und findet, Apple habe nichts Verbotenes getan.*
Das mag formal korrekt sein, aber welchen Nutzen hat ein Konzern eigentlich, der auf eine Million an Gewinnen gerade einmal 50 Euro an Steuern bezahlt? So für das Land, in dem er wohnt, meine ich?
Es sei der Hinweis gestattet, daß es sich hierbei um Nachforderungen über mehr als ein Jahrzehnt handelt und das Apple aktuell etwa 200 Milliarden Dollar alleine an Barreserven besitzt, was den Laden zur reichsten Technologieklitsche des Planeten macht, deutlich vor Microsoft.
Tim Cook bezeichnet das Verlangen der Kommission ernsthaft als Antiamerikanismus. Der Herr Söder von der CSU spricht wiederum von überzogenen Forderungen. Schaut man sich mal die Gewinne von Apple in den letzten zehn Jahren an und rechnet davon mal je 1,3 Milliarden Euro weg, kommt das Unternehmen immer noch auf einen recht großzügigen Steuersatz.
Ich kann Tim Cook verstehen, denn ausgerechnet von dieser Ansammlung korrupter Typen, die die EU-Kommission bilden, würde ich mir auch nichts erzählen lassen wollen.
Aber ich finde ja, wir sollten mal zwei Dinge tun: Uns deutlich vor Augen führen, daß Apple nur ein Konzern ist und noch viele weitere da draußen genau so handeln.
Und vor allem: Siri fragen, was denn die Zahlungsunwilligkeit von Apple so betrifft.

Außerdem fürchtet CSU-Söderlein einen Handelskrieg mit den USA, sollte so etwas wie das unbedingt nötige TTIP-Abkommen scheitern. Der Mann sollte dringend mal seine Medikamente nehmen.
Dieser wunderbare Handelsvertrag, der natürlich nur der Stärkung der Arbeitnehmerrechte dient und nicht etwa dem Ausverkauf der letzten lausigen Reste von Demokratie an transnationale Konzerne, wurde vom dicken Sigmar, dem Chef der ehemaligen SPD, neulich für tot erklärt.
Also vom Wirtschaftsminister der Regierung, die diese Verhandlungen maßgeblich angeleiert hat. Ja, es war maßgeblich Frau Merkel, die sich für diese Verhandlungen eingesetzt hat, nicht etwa die bösen Amerikaner. Die wollen jetzt nur die Gelegenheit nutzen, um uns allesamt über den Tisch zu ziehen. Fast könnte man glauben, es sei Wahlkampf hier in Deutschland.
Nach Aussage von Herrn Gabriel habe man sich in „14 Verhandlungsrunden in 27 Kapiteln keine gemeinsame Position erarbeitet“.
Stimmt, hat man auch nicht. Denn das war nie die Absicht der Verhandler auf US-Seite. Die möchten gerne, daß Europa amerikanische Standards übernimmt und die Fresse hält. Wie immer. Wer schon mal mit größeren Gruppen aus den USA verhandelt hat, wird diese Basisarroganz sicherlich nicht ungewöhnlich finden. Trotzdem wird Gabriel vorgeworfen, er greife mit seiner Aussage „die USA“ an.
Kein Wort davon, daß in Deutschland auch der paritätische Wohlfahrtsverband oder der Verband der Mittelständler in Deutschland das geplante Abkommen ausgiebig scheiße finden. Dazu kommt eine ganze weiterer Verbände und Organisationen, die nicht alle attac heißen oder unbedingt für ihre Kapitalismuskritik bekannt.

Die Bundesregierung – also, die restliche Bundesregierung außer Herrn Gabriel – möchte aber davon nichts wissen und TTIP noch in diesem Jahr unterschriftsreif haben. Mit dabei auch die außerparlamentarische FDP. Und ich hatte gedacht, die Wirtschaftsfaschisten sind allesamt zu den blauen Nazis übergelaufen.
Dabei möchte auch die Regierung Österreichs TTIP stoppen, was sich auch dann nciht ändern dürfte, wenn der faschistoide Typ da demnächst bei den Neuwahlen Bundespräsident werden sollte.
Auch Frankreichs Regierung hält von dem sogenannten Handelsabkommen nicht besonders viel, spricht gar von „fehlender politischer Unterstützung“. Aber egal, irgendeinen Erfolg muß Frau Merkel ja mal vorweisen können. Da bin ich gespannt.

Andere Länder haben gar keine Regierung. Spanien beispielsweise, wo der Herr Rajoy auch nach den Neuwahlen für seine Konservativen keine Mehrheiten im Parlament organisieren konnte. Wie überaus erstaunlich. Die Vertrauensabstimmung ging verloren, das Land steht wohl vor Neuwahlen. Schon wieder. Vielleicht sollte man in demokratischen Staaten mal in die Verfassung schreiben, daß nicht immer wieder dieselben Stinkgesichter antreten dürfen in solchen Fällen. Dann hätte das jeweilige Volk eventuell auch mal wieder Bock darauf, an der Wahlurne zu entscheiden. Nur so als Idee.

Die Außenpolitik Europas und der USA hat derweil die Grenze zur völligen Absurdität weit hinter sich gelassen. In ihrem großen Erfolg gegen den „Islamischen Staat“ haben wir die rechte Hand Bin Ladens erwischt – wieder einmal.
Diesmal hieß der Typ Mohammed al-Adnani und war wohl sowas wie der Regierungssprecher des IS, wenn die denn eine Regierung hätten oder ein Staat wären. Ich habe es derweil aufgegeben, mal nachzuzählen, wie viele rechte Hände Bin Laden so gehabt haben muß. Insgesamt hatte der Typ wohl mehr Arme als die indische Göttin Kali.
Doch mit Hilfe der Türkei wird es sicherlich gelingen, die Reste dieser islamischen Fanatikerorganisation zu zerschlagen. Denn der völlig säkulare und auch sonst geistig großartig aufgestellte Präsident der Türkei hat seine Panzer jetzt nach Nordsyrien rollen lassen, um die pösen Islamisten zu beschießen. Dummerweise treffen die Türken dabei aber hauptsächlich die YPG. Ich vermute mal, weil sie auch auf die zielen.
Die YPG ist nach Lesart der Türkei der kurdische Arm der PKK. Wenn man so will, die reguläre Armee des kurdischen Staates, den es offiziell gar nicht gibt. Und außerdem der Hauptverbündete der USA, der auch Waffen geliefert bekommt. Da die PKK aber offiziell eine Terrororganisation ist, unterstützen die USA damit rein logisch den internationalen Terrorismus.
Während der US-Vizepräsident Joe Biden Ankara besucht, weil die Türkei als NATO-Staat so wichtig ist, und dabei die Kurden bedroht, die sein Land unterstützt, beschießen türkische Panzer im nördlichen Syrien also kurdische Truppen. Überhaupt hat der IS bisher auffallend wenig Schaden genommen durch die türkische Armee. Aber das sind natürlich bloß bösartige antitürkische Gerüchte, die ich hier verbreite. Vermutlich wird Erdogan demnächst meine Auslieferung beantragen.

Ich bin auch mal gespannt, wann denn der Chef des „Islamischen Staats“, ein Kerl namens Abu Bakr al-Baghdadi, von irgendwem um die Ecke gebracht wird.
Vielleicht könnte man da mal den Vizepräsidenten fragen, wenn der schon in der Region weilt. Den der USA, der „Islamische Staat“ hat keinen Vizepräsidenten, glaube ich.
Ganz besonders gerne würde ich Joe Biden mal fragen, was er denn davon hält, daß dieser Mann Gefangener im Gefängnis Abu Ghraib im Irak gewesen ist, als die USA dieses Land so medienwirksam befreit haben. Damals, ab 2003 aufwärts. Die Älteren werden sich erinnern.
Das hat nämlich das US-Militär höchstselbst gerade mal bekanntgegeben. Es ist derselbe Knast, der die Folterpraktiken der USA der Weltöffentlichkeit vorgeführt hat. Schöne Grüße von mir an George W. Bush, Dick „Superarschloch“ Cheney und die ganze andere Bande der damaligen präsidialen Administration für dieses großartige Werk. Mir drängt sich der leise Verdacht auf, daß man sich da mal wieder die Feinde der Zukunft selber geschnitzt hat.

Auch andere Leute haben übrigens klare Feindbilder. Der Chef der Deutschen Bank beispielsweise. Ein Brite. Nachdem das Geldhaus die miesesten Zahlen seit 30 Jahren verkünden mußte, sind für diesen Herrn im Anzug die Probleme ganz klar.
Es ist die Überregulierung. Die Konkurrenz durch Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Und natürlich die fiese EZB, die ja Negativzinsen von großen Instituten nimmt.
Völlig ausgeschlossen, daß die EZB die Zinsen so weit gesenkt hat, um Banken in Europa endlich mal wieder dazu zu bewegen, Kredite zu vergeben. Zum Beispiel aus den paar Billionen, die man ihnen bisher in den Hintern geblasen hat im Laufe der allgegenwärtigen Finanzkrise.
Außerdem waren es meines Wissens nicht die Sparkassen oder Genossenschaftsbanken, die in den USA mehrere Dutzend Milliarden Dollar an Strafen zahlen mußten, weil sie beispielsweise den LIBOR manipuliert haben. Der LIBOR ist die „London Interbank Offered Rate“, also der Zinssatz, zu dem sich Großbanken gegenseitig Geld leihen.
Und das das Bankwesen total überreguliert ist, haben wir ja alle in den letzten Jahren deutlich gesehen, wer könnte also diese Aussage ernsthaft bezweifeln?
Gerade erst geht die Bremer Landesbank so richtig den Bach runter, was natürlich nur eine Folge von Überregulierung sein kann. Auch das Wiederaufleben der Bankenkrise in Italien ist sicherlich bösen dämonischen Agenten der Überregulierung geschuldet und nicht etwa einer generellen Abzockermentalität, die über Jahrzehnte Unmengen an finanziellem Giftmüll angehäuft hat.

Ich weise darauf hin, daß es die Deutsche Bank war, die in den schlimmsten Stürmen der Finanzkrise immer geprotzt hat, sie hätte ja keine staatliche Hilfe in Anspruch genommen. Es war auch die Deutsche Bank, die sich gegen die Quasi-Verstaatlichung anderer Institute ausgesprochen hat. Na ja, das war halt vor diesen fiesen Finanzverbecherprozessen in den USA.
Jetzt wird davon geredet, dieses Geldhaus notfalls zu verstaatlichen. Ich möchte Leute wie einen John Cryan manchmal ja nicht regulieren, sondern strangulieren. Mit ihren beschissenen Krawatten. Damit sie endlich mal die Klappe halten, die Finanzmogule. Das die Lage für die Bank ernst sein muß, kann man daran erkennen, daß von einer Fusion gerüchtet wird. Mit der Commerzbank. Sage noch mal einer, Wirtschaftsnachrichten können nicht spaßbringend sein.

Aber wenigstens ist die Bank noch nicht pleite. Eine der größten Containerfracht-Reedereien der Welt ist es. Hanjin aus Südkorea nämlich.
Jetzt liegen die Schiffe vor den Häfen fest. Das ist übrigens kein Zeichen von Chaos, sondern sogar von professionellem Management. Denn würden die Schiffe einlaufen, könnten sie von den Gläubigern gepfändet werden und die Besatzungen säßen in den jeweiligen Ländern fest. Ich denke, daß Hanjin jetzt Insolvenz anmelden wird, und zwar in den USA. Dank des dann benutzten Chapter 15 des Insolvenzrechts wäre das Verbot, Waren und Werte des Konzerns zu beschlagnahmen, nämlich global gültig. Natürlich ist US-Handelsrecht global gültig, wie könnte man das komisch finden?
So eine Pleite kann vorkommen in einer Welt, in der trotz massiv gesunkener Energiepreise die Wirtschaft so vor sich hin dümpelt. Gute 90 Prozent des weltweiten Transports laufen über die Meere. Ich halte das für ein weiteres Knirschen in der Maschine. Denn Globalisierung an sich ist natürlich von Transport abhängig.

Ebenfalls in Asien, nämlich in Japan, versucht derweil eine Firma namens Tepco zu verhindern, daß Grundwasser in einen Ort namens Fukushima eindringt. Denn das würde radioaktiv verseucht und müßte dann wieder herausgepumpt werden. Abgesehen davon, daß es es die Arbeiten an der nuklearen Katastrophenstelle behindert. Jetzt hatte man versucht, den Boden einfach einzufrieren. Scheint aber nicht zu klappen. Während Japan seine Kernmeiler wieder eingeschaltet hat auf Anweisung der Regierung, steigen die Kosten für die Bekämpfung der Havariefolgen also weiter an. Wie hoch die genau sind, weiß vermutlich niemand so genau. Oder will es wissen. Ich hatte ja das eine oder andere Wort zu negativen Bilanzen von High Tech geschrieben in den letzten Wochen.

Auch woanders werden Menschen mit der Wirklichkeit vernetzter Systeme konfrontiert. In deutschen Städten und Gemeinden steigen die Kosten für Kindertagesstätten und Müllabfuhr. Vorwiegend in solchen, in denen ein Konzern namens VW mal Gewerbesteuern bezahlt hat.
Das ist der Konzern, von dem Amerikaner behauptet hatten, er baue zu schmutzige Autos und der deshalb jetzt zwei Milliarden Verluste ausweisen mußte statt sonstiger Gewinne. Seltsamerweise ist noch kein amerikanischer Konzern für falsche Abgaswerte belangt worden.
Das mit den Steuern ist blöd für die entsprechenden Gemeinden, denn denen fehlt jetzt das Geld. Womit klar ist, wer immer die Rechnung bezahlt, wenn Konzerne Scheiße bauen. Aber Hauptsache, der Vorstand hat seine Pflichten gegenüber den Aktionären nicht vernachlässigt.

Wohl dem, der sich noch im Urlaub befindet. Weit weg vielleicht, in Australien oder so. Da, wo es diese wunderschönen Naturwunder gibt. Also, im Moment noch.
Die australische Regierung hat nämlich neulich aus einem UN-Bericht zu Tourismus und Klimawandel alle Hinweise streichen lassen, die auch nur zärtlich andeuten, so etwas wie das Great Barrier Reef sei in seinem Bestand bedroht.
Derselbe El Niño, der in Nordkalifornien für regenreiches Winterwetter gesorgt hat, hat nämlich auch die Korallen quasi gut gar gekocht. Ich hatte schon irgendwo in diesem Blog erwähnt, daß kleine Dinge in vernetzten Systemen große Wirkungen haben können.
Korallen bekommen ihre Farbe durch einen Symbionten, der wird aber durch die hohen Wassertemperaturen zu einem Schädling. Also stoßen die Korallen ihn ab, wodurch sie erbleichen.
Nach Aussage diverser Stellen ist das derzeit stattfindende Bleaching im Great Barrier das wohl verheerendste Ereignis dieser Art weltweit. Aber das kann man nicht so offiziell sagen. Außerdem existiert dieser Klimawandel ja gar nicht. Da kann man jederzeit mal die Kalifonier fragen.

* ich verlinke wie immer nicht direkt auf das Werbekonsortium mit angeschlossenem Volksverblödungsbereich. Man google einfach nach den verwendeten Begriffen im Satz 😉

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4 thoughts on “Blick über den Tellerrand

  1. Weltreisen sind unterhaltsam. Da werd ich mir wohl nen irisches Steak drauf in die Pfanne hauen. US Prime Beef is ja leider noch zu teuer. Aber es gibt was zu feiern: Springer hat heut morgen doch verkündet, dass Globalisierung jetzt vorbei ist. Nächste Saison trägt man wieder Protektionismus, eher knapp auf Taille, den Gürtel paar löcher enger. Und da Klimawandel ein globales Problem ist, braucht der entglobalisierte Volkswirtschaften nicht mehr zu kümmern.

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