Amerika worst

Nachdem der grandiose G7-Gipfel gestern mit einer absolut fantastischen Abschlußerklärung beendet wurde und die Ordnung der Nachkriegswelt endlich wiederhergestellt ist, lassen wir dieses total wichtige Treffen der Anführer der freien westlichen Welt noch einmal Revue passieren.

Gemacht haben alle nichts. Außer sich über Trump aufzuregen, der wieder mal zu spät zum Treffen kam. Aber das war doch von vornherein klar. Genau so benimmt sich ein CEO, der armen, winselnden Bittstellern klar und deutlich zu verstehen geben will, daß er gerade eben einige Minuten seiner unbezahlbar kostbaren Zeit für eben diesen völlig belanglosen Bittsteller opfert. Früher mußte man um eine Audienz bitten, dann mit subalternen Sekretären konferieren und anschließend auf den Knien über den Teppich durch die geöffnete Flügeltür bis vor den Thron rutschen und seine unwürdige Stirn auf den Boden schlagen.

Exakt so sieht sich Donald Trump. Das ist ja nun längst kein Geheimnis mehr. In einer vernünftigen Welt würde der Mann ein ruhiges Sanatorium bewohnen. Mit großzügigem Park, nettem Personal, guten Essen und einer wunderschönen, stabilen, von altem Wein überrankten Mauer, äußerst unauffällig mit Alarmdraht und Selbstschußanlagen gesichert. Nach innen zielenden Selbstschußanlagen. Damit er nicht etwa entkommen kann und Schaden anrichten. Ein guter Teil unserer angeblichen Anführer würde dem Mann übrigens innerhalb der Anlage Gesellschaft leisten, machen wir uns da mal nichts vor.

Dieser Mann also, der auf dem durch die Welt geisternden Pressefoto in Konfrontation mit der GröKaz – der Größten Kanzlerin aller Zeiten – steht…

Die Oma scheint böse zu sein auf den Opa, der ihr etwas hohlbirnig von unten entgegenschaut. Fast hätte ich „geistesabwesend“ gesagt, aber wo nichts war…
Das tolle Symbolfoto vom G7-Gipfel ist eine Übung in Medienkompetenz. Dies hier ist die deutsche Version. Sie stammt einmal von DPA / Jesco Denzel und zum anderen aus dieser Quelle.

…oder besser, sitzt, sieht dabei nicht etwa aus wie jemand, der souveräne Ruhe ausstrahlt und alles im Griff hat, wie hier und da manche geistig Erbärmlichen auf sozialen Medien zusammenfabulieren. Er sieht aus wie ein alternder Möchtergern-Playboy, der längst keinen mehr hochkriegt und in dessen Kopf sich der Geist des Siebenjährigen im Körper des 70jährigen verzweifelt fragt, wie er hierhergekommen ist und was eigentlich passiert ist.
Anders gesagt: Dieser Typ guckt so, als hätte er eindeutig nicht gerade die hellsten Kerzen im Oberstübchen stehen. Was daran liegt, daß er nicht gerade die hellsten Kerzen im Oberstübchen stehen hat. Nur um da jeden Zweifel auszuräumen.

Als kleine Übung in Medienkompetenz weise ich darauf hin, daß das Merkelbild von Regierungspapagei Steffen Seibert veröffentlicht wurde. Auf seinem Twitter-Account.
Diese tolle Kanzlerin aller Deutschen (ausgenommen Reichsbürger, Pegidisten, AfD-Anhänger und -Wähler sowie Horst Seehofer und den anderen CSU-Schergen), wie sie sich da dem blöden Präsidenten entgegenstellt. Die Anführerin der freien Welt in voller Aktion!
Allein die Worte „Aktion“ und „Kanzlerin“ in einen Satz zu bringen, läßt meinen Bullshitdetektor an der Tastatur fast explodieren. Früher mußte man ja um Audienzen bitten, mit subalternen Sekretären…aber das sagte ich bereits. Jedenfalls ist das ein klarer Fall für den Orwell-Orden an Herrn Seibert und gibt dem Ausdruck „ins rechte Bild rücken“ eine medial sehr erhellende Aussage.

Denn auch hier ist das Geschehene eine Frage der Perspektive. Ich binde den kleinen Twitterhinweis von Fabian Reinbold, ehemals beschäftigter Reporter bei der Erbsenpistole der Demokratie, nicht direkt ein.
Denn das ist ja ein externer Inhalt und das ist womöglich laut DSGVO mit persönlicher Informationsübermittlung verbunden. Man klicke hier für ein anderes Bild. Oder deren sechs, um genau zu sein.
Wie ich schon so oft sagte, verändert ein kleiner Wechsel der Perspektive die Sicht der Dinge manchmal erheblich. Rauszoomen vermittelt eben einfach oft einen viel größeren Zusammenhang. Auch das wurde bereits hier und da einmal von Kassandra erwähnt.
Übrigens ist das Anklicken des Links womöglich mit der Übermittlung persönlicher Informationen verbunden. Wie auch fast jeder andere Link auf diesen Seiten, denn oft liegen dahinter Online-Medien, die seltsamerweise Artikel zwischen zahlreichen Werbeanzeigen verbergen und diese Werbeanzeigen sammeln womöglich Informationen. Hätte man den europäischen Bürokraten mal bloß erklärt, wie dieses Internet funktioniert. Oder besser, wie dysfunktional es inzwischen ist.

Ansonsten bleibt festzuhalten, daß die G7 tot sind. Das waren sie auch schon vorher, denn eine internationale Konferenz der superwichtigen Länder ergibt ohne Rußland wenig Sinn. An diesem Punkt hatte Donald ausnahmsweise mal recht, als er das kurz erwähnte.
Aber auch mit den Russen ergibt es wenig Sinn. Denn dann fehlen immer noch China, Indien und Brasilien. Und Indonesien, würde ich sagen. Wären die USA also noch immer in irgendeiner Weise so wichtig, wie ihr aufgeblasener Großmufti das gerne hätte, bräuchte man mindestens einmal so etwas wie G12 als Zukunftsformat. Zukunft ist jetzt nichts, auf das Europa und die Amerikaner alleine ein Abo hätten.

Aber unsere europäischen Anführer waren so überaus idiotisch, trotzdem nach Kanada zu reisen. Man hätte Trump einfach das sagen sollen, was er auch allen sagt: „Fuck off.“
Aber gut – so hatte der Mann Gelegenheit, auf der ihm von den anderen gebotenen Bühne – schwerer Fehler bei einem psychopathischen Narzissten – der restlichen und offiziell noch verbündeten Welt den Krieg zu erklären. Ab heute ist tatsächlich Krieg. Ganz ernsthaft.

„Die anderen Volkswirtschaften bräuchten die USA mehr als umgekehrt.“

So twittert das geistig stabile Genie, kaum daß man den G7-Gipfel verlassen hat. Damit hat sich diese Geschichte mit der Globalisierung wohl endlich erledigt. Kassandra macht daraufhin ausdrücklich ein Bier auf. Donald Trump ist tatsächlich der Mann, der aus dem falschen Motiv heraus das Richtige tut.
Ich wäre dafür, daß Europa mal beschließt, Öl in Euro zu handeln. Der Iran möchte ohnehin eine Abnahmegarantie für sein Öl, als Beweis der Standhaftigkeit der EU. Wegen des „gekündigten“ Atomdeals. Übrigens ist hierbei Deutschland der Bremser auf europäischer Ebene.
Vielleicht möchten auch die Chinesen gerne Öl in Yuan handeln? Man sollte da mal nachfragen. Und wo ist eigentlich die Telefonnummer von Putin, verdammt?

Sollte das passieren, werden die Amerikaner mal erleben, wie viel Inflation sie jeden Tag in die Welt hinaus exportieren. Denn das ist das wichtigste Exportgut der USA: Schulden. Deren Schulden. Daran werden auch angekündigte Autozölle nichts ändern. Oder Vorschläge gewisser arschkriechender Wirtschaftsjournalisten, die ernsthaft die Meinung verbreiten, Europa müsse da schon mal seine Zölle senken.
Erstens ist das natürlich Globalisierungsunsinn vom Feinsten. Zweitens neigen Erpresser, denen man nachgibt, immer dazu, mit der nächsten Erpressungsrunde weiterzumachen.
Um es mal ganz klar anzusagen: Amerikanische Autos werden in Europa wenig gekauft, weil amerikanische Autos technisch und anderweitig schlicht scheiße sind. Nur hirnlose Protzomaten ohne echten Verstand kaufen solche aus Plastik und Dosenblech zusammengelöteten Karren, die dafür dreimal so viel Sprit verbrauchen wie ein elender Schwergewichtsgolf.
Sprit, der hier in Europa deutlich teurer ist als in den USA. Wahrscheinlich wäre das dann Donalds nächste Forderung. Solange die Perspektive der US-Industrie ebenso geistig eingeschränkt ist wie die ihres Präsidentenstofftiers, werden US-Autos weiterhin nur vereinzelt auftauchen auf Europas Straßen.

Während Donald, der Twitterer-in-Chief, ernsthaft behauptet, die USA „werden nicht länger das Sparschwein sein, das alle anderen ausrauben können“, haut sich sein Finanzminister vermutlich gerade die vierte Portion Digitalis rein an diesem Tag. Denn die USA sind gar nicht der größte Geldgeber des Planeten. Das war in den 1950er Jahren. Womit endgültig klar ist, auf welchem Planeten sich Donald J. Trump geistig aufhält.
Hier und jetzt, in der echt wahren Realität, sind sie der größte Schuldner des Planeten. Jeden Tag muß sich der Finanzminister etwa 5 Milliarden Dollar zusammenleihen von anderen Staaten, um damit den Schuldendienst weiterlaufen lassen zu können. Ich nehme an, das hat niemand Opa gesagt, denn er hätte es ohnehin nicht verstanden.
Mehr und mehr denke ich an diese Bushaltestellen, die man für schwer demente Patienten inzwischen hier und da aufbaut, wenn ich diesen Präsidenten so betrachte.

Damit niemand glaubt, Kassandra leide an Demenzerscheinungen, sei noch kurz erwähnt, daß es ein weiteres Land gibt, das ein ganz ähnliches Geschäftsmodell verfolgt und von einer Herrscherin regiert wird, die recht stark vergangenheitsorientiert arbeitet in ihrem Kopf. Deutschland heißt es.
Denn während jetzt alle über Italien nörgeln, sollte mal klar angesagt werden, daß seit zwanzig Jahren das deutsche Superwunderlandmodell daraus besteht, möglichst viel Zeug woandershin zu verticken. Oft sind es Waffen, wie bei den Amis. Was keine Waffen sind, sind Autos mit Verbrennungsmotor. Auch sehr innovativ.
Und wenn die anderen sich den Mist nicht leisten können, dann leihen die sich eben dafür viel Geld.
Was Donald Trump derzeit mit der US-Wirtschaft anstellt, ist ein Strohfeuer. Was Deutschland da macht, ist, einen Schwelbrand am Laufen zu halten. Im Ergebnis wird irgendwann irgendwem der Arsch zu heiß werden, das ist nur eine Frage der Zeit.

Der Präsident der USA beweint das Land als Opfer der Politik, die von den USA selber erfunden wurde und seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ihren Siegeszug um den Globus angetreten hat. Daher auch der Name Globalisierung. Gerade erst hat der IWF dem Land Argentinien wieder mal 50 Milliarden gepumpt. In Dollar, natürlich. Warum wird so etwas eigentlich nie in Landeswährung berechnet? Einmal dürfen wir raten.
Schade eigentlich. Weder Zinserhöhungen der Landesbank noch die Verkündung eines strafferen Sparprogramms haben „die Märkte beruhigen können“, wie ein freundliches Frankfurter Hauptmedium verkündet.

Nur falls irgendwer dachte, es ginge um die Bevölkerung des Landes. Natürlich hat der IWF seine Kredite mit Auflagen verknüpft. Diesmal soll der Sozialsektor ausdrücklich nicht von Kürzungen betroffen sein. Was natürlich bedeutet, der Sozialsektor wird von Kürzungen betroffen sein.
Bevor jetzt wieder einer über diese südamerikanischen Linken meckert, die nicht mit Geld umgehen können: Argentinien hat seit drei Jahren eine konservative Regierung. Die natürlich dafür gesorgt hat, daß zahlreiche Maßnahmen zur Liberalisierung der Wirtschaft durchgeführt werden. Also Steuersenkungen für Reiche und Konzerne, Sozialstaatsabbau und Privatisierungen. Hat wohl nicht geklappt.

Abschließend bleibt noch, dem kanadischen Premierminister den Goldenen Troll-Orden des Monats Juni zu verleihen. Justin Trudeau überreichte dem Präsidenten der USA an einer Scheinbushaltestelle auf dem „G7-Gipfel“ ein Bild eines Hotels, das von Trumps Großvater gebaut und geführt wurde. In der Yukon-Gegend, in der es damals einen großen Goldrausch gab. Donald Duck-Leser wissen natürlich Bescheid. Damals™ bedeutet in diesem Falle 1897.
Der Witz ist, daß dieses „Hotel“ ein Puff gewesen ist. Genauer gesagt gab es hier Würfelspiele, Whisky und Weiber. Booze and Cunts, um es mal auf donaldisch auszudrücken. Der Großvater betrieb sein Geschäft erfolgreich – im Gegensatz zu seinem Enkel – und legte so den Grundstock für das Vermögen, das dem geistig stabilen Genie einen millionschwer gepamperten Start ins Geschäftsleben ermöglichte.
Cleverer Schachzug. Sowohl vom Großvater als auch vom Premierminister.
Ich hätte ja damals™, also 1848 in Kalifornien, auch nicht nach Gold gesucht, sondern den Buddlern Schaufeln und Spitzhacken verkauft. Und Munition. Und Waffen.

Aber damit ist ganz klar bewiesen, daß die Trumps schon immer davon gelebt haben, daß andere Leute sich für sie ficken lassen.
Aber Europa sollte endlich mal aus Erfahrung etwas schlauer werden.
Spätestens seit der Sache mit dem Stier damals. Sie wissen schon.
Auf Trumps Wähler, die dann demnächst die kohlebetriebenen Autos zusammenschnitzen sollen, würde ich dabei nicht zählen. Es ist wohl an der Zeit, ein Schein-Weißes-Haus in Washington zu bauen. Und dazu die richtige Musik aufzulegen im Flieger der Kanzlerin.


Update 20180611: Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, daß der derzeitige POTUS absolut und unwiderruflich irre ist, zitiere ich hier mal seinen Twitter-Account:

„Why should I, as President of the United States, allow countries to continue to make Massive Trade Surpluses, as they have for decades, while our Farmers, Workers & Taxpayers have such a big and unfair price to pay? Not fair to the PEOPLE of America! $800 Billion Trade Deficit…“

Der Präsident erlaubt also allen anderen Staaten der Welt Dinge. Außer natürlich, die haben Atomwaffen. #TrumpErlaubtDinge wäre mal kein schlechter Hashtag, wie ich finde

Das Titelbild entstammt dem flickr-Account von Donkeyhotey. Der Esel ist das Parteitier der amerikanischen Demokraten, so sei es hinzugefügt.

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