Spiel’s noch einmal, Joe

„Meet the new boss. Same as the old boss.“
The Who, Won’t get fooled again

In den letzten Zügen seiner Amtszeit, quasi mit dem 4er Eisen am Loch 17, hat Donald Trump noch etwas geschafft, das ihm vorher in vier Jahren kein einziges Mal gelungen ist: Er hat die Wahrheit gesagt. Oder besser, getwittert. Mit Reden hat es der noch-immer-Präsident der ehemaligen USA ja nicht so.
Der Wahlniederlage des Toupets des Grauens folgte ein etwa dreiwöchiger Wutanfall in der Süßwaren-Abteilung des Supermarktes, während dem Klein-Donald versuchte, noch möglichst viele Reste der amerikanischen Demokratiesimulation endgültig in Schutt und Asche zu legen.
Schließlich, so hatte er das ja schon im Frühjahr festgelegt, könne er diese Wahl gegen „Sleepy Joe“, der sich kaum aus seinem Keller raustraute, nur dann verlieren, wenn es massiven Wahlbetrug geben würde. Also mußte es den auch gegeben haben. Denn Donald J. Trump, der Mann, der das Siegen auf diesem Planeten quasi erfunden hat, hat die Wahl zum Präsidenten tatsächlich verloren.
Es war die größte, unglaublichste, fantastischste und besteste Wahlniederlage, die es überhaupt jemals auf der Welt gegeben hat.

Irgendwo mitten in seinem pöbelnden Wahnsinn twitterte der von der Ablehnung der Öffentlichkeit zutiefst gekränkte Narzißt dann den Satz: „Noch nie hat ein amtierender Präsident so viele Stimmen bekommen wie ich!“
Worauf dann wieder die abstruse Behauptung folgte, er habe die Wahl gewonnen. Ich hätte auch früher in Mathe nur Einser bekommen, wenn meine Lehrer nicht immer so viele Fehler angemahnt und dann auch noch gezählt hätten. Im Grunde bin ich also das größte mathematische Genie des Planeten und erwarte demzufolge den längst überfälligen Anruf der Nobel-Kommission. Außerdem brauche ich die mit dem Preis verbundene Kohle. Da bin ich auch wie Donald Trump, wobei ich keine Schulden habe, die sich auf mindestens 400 Millionen Dollar belaufen dürften. Aber gebt mir das Geld trotzdem, ich habe es schließlich verdient!

Aber mit diesem einen Satz hatte er recht. Tatsächlich hat noch nie ein amtierender Präsident so viele Stimmen bekommen. Seltsamerweise waren die natürlich alle ungefälscht. Ebenso wie die Stimmen für republikanische Senatoren, die seit Wochen und Monaten die Klappe hielten, wenn Trump wieder eine antidemokratische Absurdität nach der anderen raushaute. So jetzt auch nach der Wahl.
Faschistischen Tattergreisen wie Mitch McConnell im Senat oder einem Lindsey Graham sind alle Mittel recht, um den Apartheids-Staat USA weiter aufrechtzuerhalten, den sie für den Amerikanischen Traum halten.
Zum Zeitpunkt des Twitter-Anfalls hatte Donald 71 Millionen Stimmen. Sagte er jedenfalls. In der Realität waren es zu diesem Zeitpunkt 70,3 Millionen. Doch wen interessieren schon 700K Stimmen in einer Demokratie. Es sei denn natürlich, sie werden für einen anderen Kandidaten abgegeben, und sei es auch nur in der Einbildung eines anderen Tattergreises. Dann müssen sie natürlich auf Zuruf von Gerichten für ungültig erklärt werden, ansonsten ist die Demokratie in Gefahr.

Der alte weiße Mann im Weißen Haus wird also bald durch einen noch älteren weißen Mann im Weißen Haus abgelöst werden. Nach gründlicher Entseuchung durch einen Desinfektionstrupp, nehme ich an. Die Bude dürfte ganz schön coronifiziert sein. Ich würde auch die Teppiche und Vorhänge im Oval Office rausschaffen und verbrennen lassen. Vielleicht am besten alles, was je mit Trump in Berührung gekommen ist. Vielleicht sollte Joe Biden, der ja Katholik ist, nach seiner Inauguration einen Exorzismus durchführen lassen. Das wäre vermutlich am besten.
Der letzte katholische Präsident der USA war übrigens John F. Kennedy. Der letzte Präsident, der dieses Amt erreichte, ohne Florida zu gewinnen, war auch John F. Kennedy. Joe Biden sollte meiner Meinung nach Cabriofahrten durch Dallas in seiner Amtszeit grundlegend vermeiden.

Während Trump wieder einmal beleidigt vor sich hin golft und gerade Rekordzahlen an Amerikanern am Coronavirus verrecken – viele von ihnen haben Trump gewählt – ist Joe Biden endlich auch offziell von den arschkriechenden Beamtenschergen des aktuellen Machthabers als gewählter Präsident anerkannt worden. Er steht im Moment bei 80 Millionen Stimmen. Ein absoluter Rekordwert. Donald J. Trump ist damit der einzige Präsident der USA, der zweimal seine Wahlen verloren hat. Und zwar haushoch.
Ich hatte ja die Frage gestellt, wie viele Amerikaner diesmal Donald Trump nicht wählen werden, weil er Donald Trump ist. Die Antwort lautet: ziemlich viele.
Republikanisch haben sie trotzdem gewählt, denn bei den Wahlen zum Kongress – die natürlich auf demselben Stimmzettel stehen wie die des Präsidenten – war von der im Vorfeld angekündigten „Blue Wave“ nichts zu sehen.
Offensichtlich haben viele Wähler bei Donald Trump einen Mittelfinger gesetzt, dann aber den restlichen Wahlzettel herunter ihre Kreuze trotzdem bei der Nationalkapitalistischen Weißheitsfront gemacht, dem Todeskult, in den Donald Trump die erbärmlichen Reste der „Grand Old Party“, wie sich die Republikaner selber nennen, verwandelt hat.

Zu einem Zeitpunkt, als der Twitterer-in-Chief noch Dinge von sich gab wie „Stoppt die Auszählung!“, sprach Joe Biden in seiner Siegesrede davon, ein Präsident für alle Amerikaner sein zu wollen. Natürlich, was auch sonst. Seine Vizepräsidentin Kamala Harris sagte über ihn, er sei ein „Heiler“. Im Rahmen einer kurzen, recht emotionalen, aber gar nicht so schlechten Siegesrede, so am Rande bemerkt.
Das Problem dabei ist, daß es Leute gibt, mit denen man ums Verrecken eben nicht einer Meinung sein kann. Außerdem müssen Leute auch bereit sein, sich heilen zu lassen. Nach Berichten von der Coronafront gibt es aber sogar Fälle, sowohl in den USA als auch Deutschland, in denen Patienten, die schon am Sauerstoff hängen, darauf bestehen, das Personal anzupöbeln oder darüber zu diskutieren, daß sie ja gar kein Corona haben könnten, weil das ja nicht existiert. Um es kurz und bündig zu sagen, zitiere ich hier einfach meine Omma: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.“ Recht hatte sie, die Omma.

Wenn irgendwer meint, eine Maske zu tragen sei ein politisches Statement statt rationaler Vernunft, dann will ich mit solchen Leuten auch nicht diskutieren oder mit ihnen in einem Land leben. Nicht mal auf demselben Planeten. Antiwissenschaftliche Intelligenzallergiker dieser Sorte sind schlicht eine Verschwendung von Sauerstoff. Ein kluger US-Präsident würde diese ganze Mischpoke einfach vom Deep State an die Wand stellen lassen und anschließend unterpflügen, dann wären diese Leute wenigstens einmal in ihrem Leben nützlich für andere.
Da die Verschwörungstheoretiker, die aktuell noch immer darauf warten, daß Mr. Q wieder auftaucht und seinen genialen Weltplan erneut ausbreitet, ohnehin an solchen unfaßbaren Quatsch glauben, wäre es doch eigentlich sehr nett, wenn man ihnen diesen Gefallen tut. Sie könnten dann in der Gewissheit sterben, daß sie mit ihrem abstrusen Geschwafel recht hatten. Der Rest der Menschheit hätte danach endlich mal ein ruhiges Wochenende und könnte sich realen Problemen zuwenden. Beispielsweise deutschen Innenministern, die faschistische Polizisten beschützen. Oder so in der Art. Im Gegensatz zu bluttrinkenden Kindermördern, die auf schwarzen Messen die Weltherrschaft zelebrieren, gibt es das nämlich wirklich.

Verschwörungstheorien verdrängen Wirklichkeit. Politik ist längst zu esoterischer Ideologie verkommen. Realität ist unerwünscht. Für eine Zivilisation ist das gefährlich.

Q steht übrigens für Quatsch. Da bin ich mir völlig sicher. Das habe ich aus einer zuverlässigen Quelle in einem Internet-Thread erfahren. Dieses extrem irre Weltbild mit kindermordenden, bluttrinkenden, heimlich die Fäden ziehenden Eliten, die hinter der Kulisse agieren, sollte Menschen mit ein wenig Geschichtskenntnis an etwas erinnern. Es ist die Legende der – natürlich jüdischen – Weltverschwörung, die sich auch schon die Nazis erzählten. Allerdings hatte Hitler weder Twitter noch Facebook oder Smartphones. Was wiederum fast schade ist. Er hätte sich diese ganze Nummer mit dem Weltkrieg schenken und einfach genug SS-Schergen an Schreibtische setzen können und die Welt dann überredet, seinen ganzen Stuß zu glauben.
Die Nazis wiederum hatten das antisemitische Element auch nicht erfunden, sondern von ihren Vor„denkern“ geerbt. Die Querdenker von heute – schon wieder dieses Q – sind ihre logischen Nachfolger im alogischen Irrsinn.

Joe Bidens Wahl bestätigt nur das, was Trumps Wahl auch schon klargemacht hat: Die USA sind nicht nur irgendein Land, sie sind das Zentrum eines Imperiums, dessen Macht sich noch immer über einen Großteil des Globus erstreckt. Und dieses Imperium ist dabei, hysterisch kreischend in den Abgrund der Geschichte zu stürzen, während es darüber diskutiert, ob Schwerkraft nicht etwa eine jüdische Verschwörung ist. Oder eine „antiamerikanische“, so hätte John McCarthy das genannt, als Joe Biden noch jung war.
Kein Scherz. Auch die Nationalsozialisten plädierten für eine „arische Physik“ und nannten die Relativitätstheorie Einsteins eine „jüdische Theorie“, der man keine Beachtung schenken sollte. In der Realität zweier japanischer Städte hinein platzte diese Weltanschauung 1945 wie eine Bombe.
Heutzutage nennen die Erben das „Neue germanische Medizin“ und machen mit Kräutertinkturen rum, die im besten Falle wirkungslos, im schlechtesten giftig sind, während sie ihren Anhängern einreden, sie seien selber schuld an irgendwelchen Krankheiten, weil da was mit dem Gleichgewicht von Geist und Körper nicht stimmt.
Natürlich ist es längst erwiesen, daß psychologische Gesundheit auch für das körperliche Wohlbefinden wichtig und ursächlich ist. Keine Frage. Daher rührt auch ein Ansatz wie „ganzheitliche Medizin“. Auch Naturheilkunde hat sehr wohl eine wissenschaftliche Basis.
Gegen sehr viele Dinge ist durchaus ein Kraut gewachsen, wie schon unsere Altvorderen in langen Jahrhunderten herausgefunden haben. Tatsächlich bestehen viele rezeptfreie „Medikamente“ oder Nahrungsergänzungen aus Pflanzenextrakten. Ginko oder Weißdorn beispielsweise. Statt aber den professionellen Pillendrehern hier unsinnig Geld nachzuwerfen, empfehle ich an dieser Stelle, einfach mal in Ruhe einen Kräutertee zu schlürfen. Baldrian, Melisse, Kamille – die Liste ist lang und in vielen Fällen nützlich und lecker.
Wird aber solcherlei Erkenntnis von Esoterik-Spinnern gekapert und von Sieg-Heil-Praktikerinnen beim Besingen ihrer Patienten als wissenschaftlich fundiertes Weltbild verkauft, verliert der Realitätsbezug einmal mehr den Boden unter den Füßen. Dazu kommen noch Krankenkassen, die so einen Schwachsinn wie Bachblütentherapie oder Homöopathie bezahlen, statt klar anzusagen, daß es dafür keinerlei wissenschaftliche Basis gibt. Wer das haben will, bitte. Aber aus eigener Tasche bezahlen. Mensch als ein Lebewesen zu begreifen, das nun einmal aus Psyche und Körper besteht, und entsprechend zu behandeln, ist völlig in Ordnung.
Eine Pendeluntersuchung, die angeblich einen Tumor von einem Magengeschwür unterscheidet, oder ein Tee, der gegen Krebs hilft, wenn sich der Patient nur genug einredet, er sei gesund, sind hingegen antiwissenschaftlicher Blödsinn. Da kann man auch Chlorbleiche trinken, um den Körper innerlich von Viren zu reinigen.

Die ganzen Verschwörungserzählungen, die aus dem Coronasumpf des Jahres 2020 an die Oberfläche geblubbert sind, sind nichts weiter als Geschichte, die sich einmal mehr wiederholt. Die USA haben es nur deshalb geschafft, diesmal noch die Kurve zu kriegen, weil sie eben nicht ganz die Weimarer Republik sind. Sie haben bisher noch keinen Krieg verloren, mit massiven Folgen für die Zivilbevölkerung. Der Verlust des Vietnamkriegs hatte auf die Zivilisten der USA keine traumatisierende Wirkung.
Nur auf die Soldaten, die dafür von ihren Landsleuten ausgegrenzt wurden.
In Deutschland war das nicht möglich, dafür gab es zu viele Kriegsveteranen nach November 1918. Eine ganze Generation hatte nichts anderes gelernt, als in Schützengräben und Stellungen auszuharren und andere Menschen umzubringen. Also mußte die Dolchstoßlegende erfunden werden. Wir können nur verlieren, weil es Betrug gegeben haben muß. Oder Verrat. Die erzählerischen Muster sind immer die gleichen.

“This is a great country. We are a good people.
This is the United States of America.”
Joe Biden in seiner Thanksgiving-Rede 2020 als president-elect

Joe Biden will womöglich tatsächlich sein Land wieder vereinen. Aber das Land will das gar nicht. Außerdem hat Joe dasselbe Problem wie Donald auch. Er hat das Bild eines Amerika im Kopf, das er für die Vereinigten Staaten hält. In Trumps Falle ist es das Amerika der 50er Jahre, als Neger noch im Bus hinten zu sitzen hatten und nicht wählen durften. Oder dieselben Schulen besuchen wie Weiße. Oder gar Unis.
In Bides Falle ist es das Amerika der 60er Jahre, das zwar in Vietnam alles megamäßig verkackte, aber mit dem Donner seiner Mondraketen und seinen Plänen für die Zukunft darüber hinwegtäuschen konnte, daß seine Werte und Worte von Gerechtigkeit und Frieden auch damals schon hohle Propaganda waren. Ein Amerika, das Tatkraft bewies und noch zu Innovationen in der Lage war. Zwar nur, um noch miesere Waffen oder radikalere Methoden der Umweltzerstörung zu erfinden, aber da darf man nicht zu kritisch sein. Immerhin mußte man gegen die verdammten Sowjet-Kommunisten bestehen.
Joe Bidens Amerika ist das Amerika des Kalten Krieges. Ein waffenstarrender Muskelprotz. Massiv unter Anabolika, aber für alle Kampfarten gemeldet.

Das reale Amerika ist ein ehemaliger Mister Universum mit faltigem Arsch und drei künstlichen Herzklappen im Elektro-Rollator, der erstmal die Gleitsichtbrille zurechtrücken muß, bevor er das Kleingedruckte auf der Anleitung zum Abfeuern der Bazooka lesen kann. Ein irrer Typ in den Wüstengebieten Arizonas, ganz weit am Horizont die Dunstglocke von L.A. im Nachbarstaat im Blick, der das BBQ mit Napalm anzündet. Eine schrille Kirchgängerin in alaskanischer Einsamkeit, knietief im dank Klimawandel reichlich vorhandenem Schlamm unter drückendem Himmel, die gegen Sexualaufklärung an Schulen wettert, Abtreibungsrechte als Teufelswerk verbannt und die schwangere 16jährige Tochter zu Hause hocken hat, die beim letzten Truckerfahrer mal wieder nicht aufgepaßt hat.
Das Amerika der Realzeit des 21. Jahrhunderts hat die Stromschnellen des normalen Wahnsinns kognitiver Dissonanz längst hinter sich gelassen. In den Gewässern dahinter ist alles möglich und nichts Realität, das einem nicht paßt.

Bild 1: Der große Graben
Joe Biden übernimmt eine Nation, deren Politik ihre Menschen perfekt widerspiegelt. Man kann sich nicht einmal mehr über grundlegende Realitäten verständigen. Irgendwelche Bekloppten halten ihre gefühlte Wahrheit für wissenschaftliche Theorie und niemand unterschreibt die Zwangseinweisung.
Bild von Michael Ramirez/Daily Signal

Joe Biden tritt an als Präsident, der den status quo verändern will. Aus Trumps „America first!“ ist, wie manche Blogger am Rande der Zivilisation schon vor vier Jahren erwähnten, ein „America forever alone“ geworden. Alleine sind die USA aber zu klar als der erbärmliche Trümmerhaufen erkennbar, als die gescheiterte Demokratiefassade, die sie nun einmal sind.
Biden will sein „America First!“ wieder hinter den üblichen Propagandaplakaten verstecken und alle Vasallen sollen es wieder glauben und dazu lächeln. So läuft internationale Politik. Und natürlich hat Joe Biden ein America First. Obama hatte auch eins. Es verbirgt sich bei diesen Leuten nur eben hinter grammatikalisch korrekten Sätzen.
Joe Biden tritt also an als ein Präsident, der den status quo nicht verändern will. Sonst hätte er nicht einem Mann namens Ernest Moniz damit beauftragt, seiner Energiepolitik einen grünen Anstrich zu geben. Dieser Mann ist in Sachen regenerative Energien etwa so glaubwürdig wie Friedrich Merz als empathischer Familienmensch zu Weihnachten. Dieser Typ arbeitet seit etwa 400 Jahren für die Fossilindustrie und hat in seiner Zeit in Kalifornien Studien vorgestellt, die klar belegten, daß der beste Weg, weniger Dreck auszustoßen, einfach darin liegt, weiter auf fossile Brennstoffe zu setzen. Wer hatte diese Studien finanziert? Eben.

Es sind diese Leute, die es selbst einem Präsidenten, der nicht Joe Biden ist, so gut wie unmöglich machen, die Dinge in eine richtige Richtung zu bewegen. Die Koch Brothers, die mit dutzenden Milliarden seit Jahrzehnten dafür sorgen, daß Klimawandel in der Öffentlichkeit erst nicht debattiert wurde, dann für einen Witz gehalten und heute schlichtweg immer noch geleugnet wird, wo immer es geht.
Rupert Murdoch, der alte weiße Mann mit seinem Medienimperium, treffend charakterisiert in einem James Bond-Film wie „The world is not enough“. Dieser Mann trägt Sorge dafür, daß in Australien mehr und mehr Kohle verbrannt wird, während das Land verbrennt. Wobei diese Kohle billig nach China exportiert wird, damit man sie dort verbrennen kann. Australien hat ohnehin sehr viele Wirtschaftsbeziehungen, die für ein Drittweltland üblich sind, hält sich aber noch immer für eine Industrienation.
In Deutschland ist das Äquivalent die Springerpresse. An der Speerspitze der Desinformation sind hier nicht ganz so alte weiße Männer, aber ein Ulf Poschardt macht einem Murdoch geistig problemlos Konkurrenz. Kaum ein Tag vergeht in Deutschland, an dem Joseph Goebbels ob der Texte seiner rhetorischen Stiefkinder nicht Tränen der Rührung weinen könnte.

All diese armseligen, ewig gestrigen Ungeister finden ihre Widerspiegelung in den denkbefreiten Protesten faschistischer Masken-Mimosen, die sich ernsthaft als eine Widerstandsbewegung gegen eine Diktatur verstehen. Eine echte Diktatur, in der ich was zu sagen hätte, würde diese Demonstrationen zusammenschießen, ihre Rädelsführer als Staatsfeinde verhaften und diese Leute dann nach gebührendem Schauprozeß an die Wand stellen. Die nationale Sicherheit muß gewahrt bleiben und Terrorismus entschieden bekämpft, ist ja klar. Wer was dagegen hat, hat auch was zu verbergen, wer was verbirgt ist verdächtig und Verdacht genügt als Beweis der Schuld.
Wenn die überaus gütige Herrschaft von Angela I., genannt „Die Alternativlose“, also eine Diktatur sein soll, dann ist es die am schlechtesten organisierte, die ich jemals in der Geschichte gesehen habe. Da müßte man mal eine Unternehmensberatung ranholen, um die Performance zu verbessern.
Es sind Leute wie Poschardt und sein Werbeblättchen BILD, die schleimigen Heuchelmördern wie Markus Söder aktuell die Gelegenheit geben, sich wieder als christliche Verteidiger des Weihnachtsfestes zu gerieren. Als würden sich Leute wie Armin Lasset und Co. für Weihnachten interessieren. Die wollen allesamt das Weihnachtsgeschäft retten. Wenn am Black Friday keiner Einkaufen geht und sich über der letzten PS5 – Angebotsware kann am ersten Tag ausverkauft sein – gegenseitig erschießt, wie soll da der Heilige Konsumismus weiter schwarze Zahlen schreiben?
Noch ein paar Monate, und der Burn-Out in medizinischen Berufen wird von Streiks im Einzelhandel begleitet werden. Man stelle sich vor, es gäbe im Supermarkt keine Fischstäbchen-Pizza mehr.
Diese ganzen Gruppen von Menschen und elitären Medientypen oder Bürokraten haben allesamt nur ein einziges Ziel: Sie wollen nicht, daß sich großartig etwas verändert. Denn jede Veränderung wäre für sie eine zum Schlechteren. Die Mieten können steigen durch massive internationale Spekulation mit Immobilien. Das ist den Ulfs und Söders der Erde egal. Aber den Porsche womöglich elektrisch betreiben müssen ist schon eine Zumutung.
Ich persönlich wäre auch dafür, die Mietpreise für Auto-Stellplätze in der Stadt nach dem allgemeinen Mietspiegel anzuheben. Und zwar rückwirkend für die letzten 20 Jahre. Dann kostet die Blechdose vorm Haus in vielen Fällen stündlich mehr, als so mancher Fahrer in der Zeit verdient.

In eben diese Konstellation des Wahnsinns, in diese tiefe Abenddämmerung des real existierenden Kapitalismus hinein, haben die Amerikaner also Joe Biden gewählt. Der Mann wird die Tatsache, daß die Demokraten keine Senatsmehrheit haben, trefflich ausnutzen. Sehr viele seiner Vorhaben werden nur executive orders sein können. Die wiederum kann der nächste Präsident widerrufen. Exakt das wird Don Joe am 21. Januar mit den entsprechenden Anordnungen von Trump tun. Sprich einer davon, die Präsidentschaft des Vorgängers rückgängig zu machen.
Sollten in Georgia überraschend beide Kandidaten der Esel-Partei die Stichwahlen zum Senat gewinnen, läge die entscheidende Stimme Mehrheit bei der Vizepräsidentin. Ich würde es ihr gönnen. Dem Land auch. Allerdings schlagen sich die „progressiven Demokraten“ jetzt schon die Köpfe ein mit den anderen. Denn einer muß ja schuld sein am Untergang der gewonnen Wahlen. Jede Menge Stimmen der Demokraten behaupten, die Partei sei zu weit nach links gerückt. Wem diese Debatte bekannt vorkommt, der war früher in der CDU. Denn mehr sind die amerikanischen Demokraten nicht. Eine CDU der Oettingers, Bosbachs und Friedrichs.

Kapitalismus 2020. Die Planetenzerstörer bekommen Milliarden. Die Systemrelevanten bekommen Applaus. Das Hamstervolk wird weiterhin durch Brot und Spiele abgelenkt. Morgen wird für nützliche Dinge kein Geld da sein.

Joe Bidens Wahl ist also tatsächlich eine pragmatische. Eine Wahl des Zeitgeistes und ein perfektes Spiegelbild Amerikas. Selbst jetzt inszeniert sich Donald Trump als betrogener Wahlsieger, allerdings nicht einmal mehr auf Fox News, sondern noch weiter rechts in den Medien. Quasi bei AfD-TV oder auf dem Reichsparteitags-Sender. Denn sein bisheriger Haussender Fox hat auf Anordnung des Chefs, Rupert Murdoch, tatsächlich die Frechheit besessen, die Wahrheit zu berichten. Man hat zart angedeutet, daß es für Trumps Geschwätz keinerlei Beweise gibt und er die Wahl verloren hat, weil der andere einfach mehr Stimmen gekriegt hat. Auf Trumpworld ist diese Majestätsbeleidigung natürlich nicht hinnehmbar.
Noch letzte Woche pöbelte die Chefin des juristischen Teams der Trump-Kampagne einen Reporter an. Jenna Ellis, die in ihrem Twitter-Account extra betont, sie sei Verfassungsrechtlerin, sagte tatsächlich: „Ihre Frage ist grundlegend fehlerhaft, wenn Sie nach Beweisen fragen. Sie haben ganz offensichtlich keiner Ahnung vom juristischen Vorgehen.“ (Achtung: LINK geht zu Twitter)
Danach trat dann Sidney Powell ans Pult und faselte etwas von Marsmenschen und Chinesen, die die Wahl gestohlen haben sollen und die Computer manipuliert. Die Benutzung von Wahlcomputern in den USA ist übrigens vor allem von republikanischer Legislative vorangetrieben worden worden seit Beginn des Jahrhunderts. Was logisch beweist, daß Republikaner in China gebaute Marsmenschen sind.
Das war dann derartig absurd, daß die Trump-Kampagne – namentlich dieselbe Ms Ellis – sich danach von dieser Juristin distanzierte. Übrigens sind alle diese keifenden, antidemokratischen Hyänen Frauen. Und teilweise nicht einmal alt. Dies sollte am Rande nicht unerwähnt bleiben.
Falls jemand glaubt, das sei jetzt aber typisch amerikanisch: der erbärmliche Twitter-Nazi Hans-Georg Maaßen, früher Chef der kriminellen Vereinigung „Bundesverfassungsschutz“, ist ebenfalls Anwalt. Bundeshorst Seehofer wollte diesem Mann letztes Jahr noch einen gut besoldeten Job im Innenministerium verschaffen. Diverse Leute, die auch außerhalb Twitters offen Nazis sind, sind nicht nur Mitglieder der „AfD“, was noch schlimmer ist, als in der CSU zu sein, sie sind auch Anwälte. In Sachsen erweist sich in letzter Zeit auch die höhere Gerichtsbarkeit als stark unwillig und unfähig, irgendwelche rechten Aktivitäten, die unter dem Deckmantel der Demonstrationsfreiheit stattfinden, zu bekämpfen. Vollständige Realitätsverleugnung und Aufenthalt in Spiegelwelten ist also kein rein amerikanisches Problem. Grüße an dieser Stelle nach Großbritannien.

Für einen kurzen Moment mag es Joe Biden gelingen, den Eindruck zu erwecken, die USA seien wieder da. Fraglich ist, ob man über diesen Umstand erfreut oder eher beängstigt sein sollte. Wie vorhergesagt finden sich in Europa auch schon seit Wochen die Prediger des transatlantischen Bündnisses wieder ein und tröten ins alte Horn.
„Europa kann sich ohne die USA nicht schützen.“, sagte die immer-noch-Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer neulich.
Aber vor wem eigentlich? Der Unfähigkeit und Arbeitsverweigerung der C-Parteien?
Diese Frau mit dem Gesichtsausdruck eines Frettchens mit Verstopfung gehört den Parteien an, die immer laut Beifall klatschen, wenn Springers Schergen Arbeitslose in ihren Schlagzeilen als nichtsnutziges Pack verunglimpfen, das bloß zu faul ist, um was zu arbeiten und nur dem Staat auf der Tasche liegen wollen.
EU-Parlamentarier und Bundestagsabgeordnete bekommen für exakt diese Stellenbeschreibung fünfstellige Summen pro Monat, weil sie die angeblich verdient haben.
Der Arbeitslose auf dem Sofa macht eventuell nichts, im Gegensatz zur Politik aber auch nichts kaputt.
Politisches Nichtstun hat in Griechenland prima geklappt. Erst hat man das Land zu Tode gespart, um Banken und Renditeabzockern das Geld zu bezahlen, auf das sie niemals einen Anspruch hatten. Dann hat man es mit Flüchtlingen auf Lesbos allein gelassen, die von privaten Rettungsschiffen dort abgeladen wurden, weil Europa die italienische Aktion „Mare Nostrum“ 2015 nicht übernehmen wollte. Anschließend konnte man sich darüber beschweren, daß in dem Lager furchtbare Zustände herrschen, um weiterhin nichts dagegen zu tun. Beispielsweise Flüchtlinge da rausholen und zu verteilen. Und dann konnte man sich darüber beschweren, daß Griechenland so menschenverachtend mit Flüchtlingen umgeht, nachdem irgendein Verzweifelter das Lager in Brand gesetzt hatte.
Europa ist das Reich des Guten, wie die USA. Wir haben alles im Griff. In Wirklichkeit fragt Sizilien in Kuba nach Ärztinnen und Personal, um die verdammte Corona-Seuche zu bekämpfen, weil es selber dafür nicht genug Personal hat.

Kuba, meine Damen und Herren. Noch so ein Land, das keinesfalls als Beispiel taugt, weswegen es in unseren Medien eher wenig bis gar nicht erwähnt wird.
Ebensowenig wie Afrika, dem man Millionen von Toten durch SARS-CoV-2 vorhersagte. Die aber nicht eingetreten sind. Außer in Südafrika. Afrika kann überhaupt nichts besser gemacht haben, da wohnen ja keine Weißen in Industrieländern. Also, abgesehen von Südafrika. So etwas widerspricht dem Narrativ.
Oder Taiwan. Taiwan wird nur sehr spärlich erwähnt, etwa analog zur Zahl seiner Corona-Toten, die es kaum gibt. Denn das Land wird als solches von uns ja gar nicht anerkannt und hat auch keinen Sitz in der WHO, weil Rotchina den Alleinvertretungsanspruch durchgesetzt hat.
Dieselbe WHO, die jetzt von den USA boykottiert wird. Ebenso wie die WTO, die von den USA blockiert wird. Obwohl die eine Menge zu tun hätte, denn der Welthandel muß dringend neu organisiert werden, da kann man mal Brexitannien fragen.
Seit Jahren drängen afrikanische Staaten auf mehr Rechte und Vertretung und Länder wie Taiwan wollen als solche handeln können. Aber Europa tut nichts, unter tatkräftiger deutscher Führung. Wenigstens wissen wir jetzt, daß wir unseren heißgeliebten Verbündeten wiederhaben. Ich bin außer mir vor Freude.

Bild 2: Super, Markt!
Die Wall Street feierte Bidens Wahl mit einer weiteren Line bestem Koks für alle. Denn ein Präsident ohne Senat wäre ein blockierter Präsident. Gute Aussichten für die Finanzindustrie, den Planeten weiter in einen Dreckhaufen verwandeln zu können, während der Dollar rollt und das Volk für imaginäre Zinsen schuftet.
Bild: Hedgeye, Cartoon of the Day

Ich würde den Demokraten gönnen, doch noch eine Senatsmehrheit zu bekommen. Aus einem simplen Grund: Joe Biden hätte keine Ausrede mehr, nicht zu liefern.
Es wäre die schnellste Methode, um zu zeigen, daß die Demokraten keine Parteiflügel haben, die miteinander Kompromisse schließen müssen, sondern zwei unterschiedliche Parteien sind. Wenn Joe Biden nicht liefert, wird es die Demokraten 2022 alle Mehrheiten kosten, die sie noch haben. 2024 erst recht. Wenn Joe Biden liefert, wird es die Partei die Existenz kosten.
Die politische Konkurrenz besteht inzwischen einmal aus konservativen Republikanern. Das wäre so etwas wie ein CDU-Rentner Ruprecht Polenz in Deutschland. Dann gibt es da die Teebeutel-Werfer, die der Wähler noch vor einigen Jahren als Vizepräsidentin für ungeeignet befand, weil zu irre. Es ist nicht immer klug, eine Frau als Nr. 2 zu bestimmen.
Der Zustand der Leute, mit denen sich Kaiser Trump umgeben hat, spiegelt den Zustand der Partei, die zu den Lügen und Absurditäten der letzten vier Jahre und besonders der letzten vier Wochen vor allem mit Schweigen geantwortet hat. Lindsey Graham, der immer noch die Dolchstoßlegende des Wahlbetrugs propagiert oder ein Typ wie Mitch McConnell, der auch in Brüssel in der EU-Kommission oder im Parlament sitzen könnte, weil er durch Nichtstun eine unfaßbare Menge an Schaden angerichtet hat.
Diese Typen bilden den treu ergebenen Nazi-Teil der Republikaner. Den politischen Todeskult, dem es völlig egal ist, was mit dem Land passiert. Es muß Thanksgiving-Truthahn geben, und wenn der aus Soylent Green ist, dann ist das auch in Ordnung. Es sind ja nicht die eigenen Kinder, die dafür geschlachtet werden müssen. Friedrich Merz würde diese Grundhaltung verstehen.

Die USA, ebenso wie die gesamte „westliche“ Welt, können nicht ewig auf dem immer schmaler werdenden Grat aus Heuchelei und Lügen entlang balancieren, dessen Existenz in den letzten 20 Jahren für jeden sehr offensichtlich geworden sein sollte, der nicht ganz blind durch die Gegend läuft.
Der Würgegriff der Geschichte wird uns nicht einfach damit davonkommen lassen, an einem status quo festzuhalten, der schon lange nicht mehr zu halten ist. Er war es niemals wirklich.
Vor vier Jahren sagte ein Typ in seiner Bambushütte am Rande der Gesellschaft, daß Donald Trump die erste Runde „Business as unusual“ bedeuten würde. Nun ja, das hat wohl funktioniert.
Für den Moment wird Joe Biden den Anschein erwecken, als wäre Business as usual zurückgekehrt auf die Weltbühne. Aber die Tatsache, daß es eine erste Runde gibt, bedingt immer eine zweite. Und eine dritte. Im Falle des Durchschnittsbewohners der Welt ist es egal. Beide Geschäftsmodelle bringen uns um.

Während Donald Trump seinen ehemaligen Sicherheitsberater begnadigt, der nachweislich unter Eid den Kongress belogen hat, etabliert er weiterhin eine Art Nebenpräsidentschaft. Derweil sterben mehr Amerikaner als je zuvor jeden Tag an COVID19. Über 2.000 die letzten Tage. Geht man von den durchschnittlichen Passagierzahlen der Fluglinien im Sommer aus, wären das also etwa 1.000 Flugzeugabstürze pro Tag. Das wäre sogar gut, denn dann gingen uns bald die Flugzeuge aus.
Wobei sich die Lage hier gerade verbessert, denn zu Thanksgiving reisen wieder sehr viele Amerikaner, um die Lieben daheim in der Holiday Season zu beglücken. Die „Christlichen“ in Deutschland würden das verstehen. Traditionen und so, siewissenschon. Vor drei Tagen wurden erstmals seit dem Frühjahr wieder mehr als eine Million US-Pässe für Inlandsflüge gescannt. Pünktlich zu Heiligabend dürfte COVID-19 dann die Geschenke liefern.

Joe Biden wird Donald Trump nachfolgen. Es ist das erste Mal seit überhaupt, daß zwei Präsidenten hintereinander nur eine Amtszeit haben werden. Don Joe wird jede Gelegenheit nutzen, Dinge im Wesentlichen nicht zu verändern. Sollte er doch etwas verändern müssen, weil man aus Versehen Mehrheiten bekommt, die nicht vorgesehen waren, wird er es so kosmetisch wie nur möglich erledigen.
Gerade erst ist eine QAnon-Anhängerin namens Majorie Taylor Greene ins Repräsentantenhaus gewählt worden. Das ist etwa so, als würde man Atilla Hildmann als Bundespräsidenten in Erwägung ziehen. Zum Glück leben wir in einer Diktatur, da gibt es keine Präsidentschaftswahlen. Die zweite Bekloppte – ja, beide sind Frauen – hat bereits gefragt, ob sie ihre Waffe mit ins Parlament nehmen darf.
Solche Leute gehören per Zwangseinweisung in eine Psychiatrie, nicht in irgendwelche Parlamente. Aber genau das ist die Kunst der Politik. Man bringe möglichst viele Menschen dazu, gegen ihre eigenen Interessen zu wählen. Es gibt ja auch genug Frauen, die für die katholische Kirche arbeiten. Oder die CSU.

Im Gegensatz zu Mr Biden glaube ich nicht, daß Amerika im Grunde gut ist. Amerika ist im Grunde dumm. Außerdem ist es ein ignorantes Arschloch.
Von denen wiederum macht sich schon die nächste Generation warm. Donald Trump hat ebenfalls etwas mit Kennedy gemeinsam. Er hat Familie. Oft ist die sogar blutsverwandt mit ihm, was das genetische Potential zu ausrastendem Wahnsinn sicherlich nicht senken dürfte. Ob Donald Trump jr. oder Eric Trump, die gruseligen Ehefrauen von denen oder Ivanka – sie alle bieten das Potential, Amerika endgültig in eine Hunger-Games-Version seiner selbst zu verwandeln. Die Tochter ganz besonders, die ist mindestens so bekloppt wie ihre beiden Brüder zusammen.
Aber im Grunde habe ich vor dem Trump-Clan nur mittelmäßig Angst. Wirkliche Sorgen sollten einem Leute wie Tom Cotton bereiten. Menschen, die sehr viel jünger sind als Mike Pence, aber religiös-fanatisch mindestens genau so gefährlich. Diese Leute mit Haifischlächeln, die einem natürlich niemals etwas tun würden, aber keine Probleme damit haben, einen von ihrer Geheimpolizei lebendig ausweiden zu lassen, weil man Artikel in einer Zeitung über sie schreibt.
Europa ist derweil fest entschlossen, die Mißbrauchsbeziehung zu den Unvereinigten Staaten von Amerika mit neuem Enthusiasmus weiterzuführen, Stockholm-Syndrom sei Dank.

Wenn man auf einem Drahtseil über einen Vulkankrater läuft, ist es am Ende egal, ob man nach rechts oder links herunterfällt. Irgendwer hat es für eine gute Idee gehalten, bei dieser Nummer keine Schuhe zu tragen. Ein Drahtseil wird heiß über dem Magma. Und weniger fest. Außerdem kann man die andere Seite des Kraters inzwischen vor lauter aufsteigendem Giftgas gar nicht mehr sehen.
Doch noch immer werden Leute gewählt, deren Programm aus den Worten besteht: „An diesem Weg laßt uns festhalten!“
Vermutlich wird Angela Merkel spätestens im Frühjahr von diversen Mitgliedern der CDU bekniet werden, noch eine fünfte Spielzeit zu geben. Wer weiß, damit könnte sie sogar Putin auf Teufel komm raus im Amt überleben.
Überhaupt gehen sehr viele Menschen immer noch wählen. In den USA ausnahmsweise sogar in Rekordzahlen. Was wird passieren, sollte sich herausstellen, daß das überhaupt nichts bringt? Traditionen sind oft bedeutungslos gewordene Dinge, an denen man aus Nostalgie heraus festhält. Derart veraltete Gewohnheiten können eine Menge Schaden anrichten.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.